Vorsätze und andere Routinen – … mit denen man nicht unbedingt baden gehen muss

Vorsätze und andere Routinen – … mit denen man nicht unbedingt baden gehen muss

Und welche Vorsätze hast du für 2018? Ich liebe diese ersten Wochen des Jahres immer sehr. Irgendwie herrscht so eine Aufbruchstimmung. So ein Veränderungsdrang… alle sind ganz eifrig dabei ihre Vorsätze umzusetzen… Natürlich habe ich auch welche. Aber erstmal wollte ich Baden gehen. Also nicht mit meinen Vorsätzen, sondern mit meinem kids…. Wie das alles zusammenhängt erfährst du in meinem heutigen Blogartikel.

 

Vorsatz No. 1 Gesund & Schlank

Man liest überall von Gesundheit und Wellness, abnehmen, schlank werden und gesund sein. Sogar jeder Supermarkt geht auf dieses Bedürfnis ein. Im Discounter ist mittlerweile jedes erdenkliche Heimgerät zu bekommen, sei es auch noch so sinnlos.

Ich frage mich ehrlich gesagt eh immer, wie die das überhaupt so schnell zu Stande bekommen. Am 30. war ich für den Sylvestereinkauf noch im Schlaraffenland der leiblichen Genüsse, soweit das Auge reicht, unterwegs und am 2. Januar ist nichts mehr davon zu erkennen. Sozusagen kompletter Szenenwechsel. Nur noch Gesund, Vital und Wellness im Sortiment. Schlank und fit sind die headlines die einen auf dem Streifzug begleiten.

Szenenwechsel im Supermarkt vom Schlemmerland zu Fit & Gesund innerhalb von 24 Stunden.

Ok, vielleicht hier und da noch ein paar müde,  da schon so blaß aussehende, Lebkuchen mit rotem Wapperl und fast schon warnend mit der Aufschrift Sonderangebot versehen. Mehr nicht. Das war´s. Vielleicht aber liegt es auch einfach nur an dem Kontrast zu all der Frische, die einen zum Jahresstart umgibt und die Lebkuchen umso mehr alt aussehen lässt…. Wer weiß?  Oder sie machen einen nach den Tagen der Völlerei auch tatsächlich einfach nicht mehr an.

 

Vorsatz No. 2 mehr Bewegung

Jedenfalls ist diese Jetzt-geht’s-los-Stimmung überall zu spüren.  Alle fühlen sich so frisch, einfach hoch motiviert. Ja überall weht der Wind des Neuanfangs. Die Fitness Studios sind gut besucht, manche Kurse streckenweise völlig überfüllt, Sportgeschäfte machen ihren Umsatz des Lebens. Ich kenne das gut aus meinen Yogastunden :-). Vermutlich machen am Jahresanfang auch Diätprodukte und Nahrungsergänzungsmittel ihr Geschäft des Jahres. Das ist das Schöne an unserer Konsumwelt – erst rein damit, dann raus damit 🙂

Und genau diese Ich-veränder-die-Welt-Atmosphäre, durfte ich in der ersten Januarwoche auch im Schwimmbad erleben. Es war gesteckt voll. Ungefähr wie im Sommer in Rimini oder so. Der Unterschied war wirklich bemerkenswert. Woher ich das weiß? Unsere Kids haben das Schwimmen für sich entdeckt. Somit waren wir auch zwischen den Jahren im Hallenbad. Und was soll ich sagen, vor dem Jahreswechsel trafen wir auf gähnende Leere. Wirklich, es war fast nix war los. Das fand ich persönlich sehr  angenehmen. Eine Woche später fühlte man sich, wie auf einer Stehparty, nicht wie eine Wassernixe in Ausbildung.

Aber was ich wirklich sehr erstaunlich fand, war die Art der Fortbewegungen im Wasser, die es seit 2018 gibt. Was ist denn da passiert? Vorsätze hin oder her. Vielleicht gab es diese seltsamen Trendsportarten auch schon im letzten Jahr, aber ich muss zugeben, ich war platt, was mir da geboten wurde. Zugegen, normalerweise bin ich Zeiten im Schwimmbad, wo man mit Kindern geht. Also eher tagsüber.  Und somit bekomme ich natürlich zwangsläufig auch nicht die aktuellen Wassersporttrends mit. Früher war das anders, da war ich nur abends. Tja, so ändern sich die Zeiten… 🙂

Vorsätze und andere Routinen ohne damit Baden zu gehen #changenow

Vorsätze und andere Routinen- ohne damit Baden zu gehen #changenow

Jedenfalls waren wir vergangenen Mittwoch, abends.  Wegen Ferien und Abenteuer und so…. 😉 Da bin ich Ihnen begegnet, diesen Trendsettern. Also mal ehrlich, irgendwo hört´s doch auf. Man kann doch nicht als Mann mit seinem schwimmenden Bauchweg-Gürtel und einem dazu passendem  Neoprenstirnband, Schwimmbrille und Nasenklemme durchs Schwimmerbecken joggen. Ich vermute das Stirnband soll nicht den Griff an den Kopf ersetzen, sondern sorgt für flowing Musikinput. Damit man den move entsprechend übertragen kann…

Aber Leute, das geht doch nicht! Wie schaut das denn aus? Das kann doch kein erstgemeintes Ziel sein, oder?

Und was heißt joggen. Es erinnert eher  an im „Sylverster-Stallon-Style- rhymthmische-Kickboxgymnastik-absolvierend-dabei –durchs-Wasser- wandeln“. Was ist das bitte?!?

Auch Wasserwalking,  Aquagym und was weiß ich denn alles, konnte ich oder musste ich ertragen. Unglaublich! Dann schon lieber direkt übers Wasser gehen, jesus christ!

 

Vorsatz No. 3 wieder öfter mal Baden gehen

… ich nenne es extra nicht schwimmen! Zurück zum Thema:

Muss man denn alles optimieren, verbessern, vermarkten, updaten oder releasen? Kann man denn im Schwimmbad nicht einfach schwimmen oder eben Baden gehen ? Denn genau das war nicht möglich. Ich konnte keine einzige Bahn schwimmen.

Gott sei Dank gab es eine abgetrennte Bahn – einen Schwimmerbereich. Aber hier hatten sich leider auch ein paar Gastspieler eingefunden, die wiederum vermutlich ebenfalls keine Lust auf das Kasperltheater von nebenan hatten. Doch in der „fast line“ waren sie auch nicht wirklich gut aufgehoben.

So werden Vorsätze natürlich schneller eliminiert, als man denken kann.  Da will man nach der Arbeit ein paar Bahnen ziehen und es gelingt einem einfach nicht, weil die Schwimmer outgesourct wurden. Das geht doch nicht! Das frustriert unglaublich!

Ein Herz für Schwimmer

Dann sollen sie doch wenigstens  jeweils extra einen Hampelmannbereich und einen ich-mag- die- Haare- nicht- nass- machen-geh- aber- trotzdem- Schwimmen -Bereich zur Verfügung stellen und meinetwegen noch extra eine Waterwalker lane neben die fast lane der oldschool Schwimmer einrichten. Aber bitte lasst uns nicht im Stich! Gibt uns eine Chance! Oder brauche ich jetzt einen Badeanzug mit der Aufschrift „ ein Herz für Schwimmer“ oder eine Badehaube mit dem Wapperl „ Ich bremse auch für Schwimmer“. Natürlich rot leuchten und genauso abschreckend ,wie die alten Lebkuchen im Supermarkt.

 

Vorsatz No. 4 Ängste überwinden

Doch damit nicht genug. Das städtische Hallenbad bot mir an diesem Abend noch eine ganz persönliche Krönung. Zugegebenermaßen hatte ich wieder eines dieser Bedürfnisse, die bei mir gerne aus dem Nichts auftauchen und dann auch sofort, quasi ad hoc Beachtung finden wollen. Schlimm, schlimm.

Jedenfalls hatte ich plötzlich den Drang vom Sprungturm zu springen. Das habe ich meines Erachtens das letzte mal mit 16 gemacht, oder so. Aber es ploppte auf, das Bedürfnis, einfach so, aus dem Nichts.

Wie von Geisterhand geführt marschierte ich erst schnurstracks auf s Einser und sprang mit einem astreinen Köpfer hinein. Zumindest fühlte es sich so an. Gesehen hab ich ihn ja nicht…. 😉

„Das lief ja gut“, dachte ich und machte mich gleich auf dem direkten Weg zum Dreier, wo ich ähnliches im Schilde führte. Wohlgemerkt Dreier nicht Dreihunderter! Oben angekommen, nahm ich den Elan noch mit und ging damit direkt aufs Sprungbrett…. ungefähr bis zur Mitte.

Vorsätze und andere Routinen ohne damit Baden zu gehen #changenow

Ängste überwinden macht stark und selbstbewusst

Doch hier rannte ich mit meinem ganzen Elan volles Rohr gegen eine Wand. „Dong!“  Zum 2. Mal stellte ich mir die Frage: „Was ist das denn?“

Es war echt so,  als wäre ich gegen etwas gelaufen. Ich federte sogar leicht zurück. Dafür zitterten meine Knie, wie ich es schon lange nicht mehr erlebt habe. Sie waren weich wie Butter.

Völlig verwirrt ging ich wieder an den Anfang und lies dem kleinen Jungen hinter mir, der schon ungeduldig wartete, den Vortritt. Dieser ging, mindestens genauso locker vor wie ich ( also bis dahin habe ich schon mal alles richtig gemacht :-))… und…zack weg war er. Er sprang einfach hinunter.

„Ha“, dachte ich. „Genauso geht das“. Also lief ich wieder los, diesmal erreichte ich das vordere Drittel des Sprungbretts bis ich ein zweites Mal gegen eine imaginäre Wand lief. „Das gibt s doch nicht“, dachte ich. Diesmal spürte ich auch ganz deutlich mein Herz rasen. Es klopfte bis zum Hals. Die Knie waren wieder oder vielleicht auch immer noch weich, wie Wackelpudding. So, dass ich kaum stehen konnte. Mir zog es den Bauch samt Unterlaib so zusammen, dass ich das Gefühl hatte, den zugeschnürten Nikolaussack verschluckt zu haben. Der allerdings jetzt noch mal fest nachgezurrt werden musste.

Ganz klein ging ich wieder zurück und lies eine ganze Horde kids an mir vorbei ziehen und sich ins „Unglück stürzen“. „Das gibt s doch gar nicht“, sagte ich zu mir. „Vor was hast du denn Angst? Was soll passieren?“ Ich war wirklich, wirklich beeindruckt von dieser riesigen Angst, die mich voll vereinnahmte.  Ich war wie gelähmt, nix nutzte. Die besten und logischsten Argumente konnte meine körperlichen Reaktionen nicht mildern. Ich machte mir sprichwörtlich fast in die Hose.

Da kam ein Mädel kam von hinten auf mich zu, streichelte mich zart am Arm und sagte: „Soll ich sie hinunter begleiten?!“ Mein Lächeln war wie eingefroren, meine Haltung auch. Ich konnte mich noch nicht mal vom Fleck rühren. Dann ging sie an mir vorbei und sprang schulterzuckend hinunter. Als sie nach einer gefühlten halben Ewigkeit wieder neben mir stand, versuchte sie es mit einer anderen motivierenden Taktik: „Es ist wirklich nicht so schlimm, wie es aussieht. Ich hatte beim ersten Mal auch große Angst. Aber es ist echt nicht schlimm, glaub mir. Sollen wir zusammen springen?!“  Ich antwortete mit trockener Kehle:“ Ich weiß, früher habe ich das auch immer gemacht….“ und kam mir in diesem Moment wieder größter looser auf Erden vor.

Zwischenzeitlich hatte sich ein paar der größeren Jungs unter dem Sprungturm versammelt und fingen an zu tuscheln und zu lachen. … Irgendwie kann ich das Verstehen!

„Was mach ich jetzt bloß?“, schoß es mir durch den Kopf. Dann hörte ich aus dem Stimmengewirr meine Kleinen heraus. „ Mama, du bist die Beste. Mama, du schafft es!

 

Vorsatz No. 5 Komfortzone verlassen oder wenigstens ausbauen

Und was dann passierte, war phänomenal. Es traf mich mitten ins Herz und ich fühlte mich plötzlich unglaublich stark und mutig! Jetzt hatte ich das Gefühl, dass diese Wand gegen die ich vorher gelaufen bin, hinter mir war und mich förmlich vorwärts schob. Da stand ich nun am Sprungbrettende, krallte noch ein wenig die Zehen um selbiges und…. und und AHHHHH! sprang. Wow, what a feeling! I can ´t believe it…… Dieser kurze Moment der Überwindung und dann diese unendliche Gefühl der Freiheit – einfach unglaublich!

 

Vorsätze und andere Routinen ohne damit Baden zu gehen #changenow

Vorsätze und andere Routinen ohne damit Baden zu gehen #changenow

Ich kann niemanden sagen, wie gut das getan hat! Und genau das ist, das, was ich dir mit dem heutigen Blogbeitrag mitgeben möchte. Vorsätze sind etwas geniales, wenn sie dich fordern.  Wenn sie vielleicht Überwindung kosten, aber vor allem wenn sie ein Herzenswunsch sind. Lass all die langen Listen weg und suche dir eine Sache, die du wirklich in Angriff nehmen willst. Etwas, wofür du alles geben willst. Lerne schwimmen, aber richtig. Werde der Beste, die Beste Kraulerin im ganzen Stadtgebiet. Schwimm um dein Leben.

Mach etwas, was dich richtig stolz macht! Etwas, wo du deine Angst überwindest und deinen Mut ganz deutlich spürst. Etwas das dich ganz stark und groß und mutig werden lässt. Es muss gar nicht spektakulär sein, wie ein Fallschirmsprung oder so, sondern einfach nur etwas, wo du deine ganz persönliche Grenze überwindest. Solche „Mutproben“ lassen dich wachsen und dich selber einfach spüren. Und das tut unglaublich gut. Und diese Vorsätze ziehst du dann auch durch. Somit werden es Zeile die du erreichst und das macht dich in Folge ganz automatisch glücklich und wirklich, wirklich selbstbewusst. Denn du lernst dich trauen, du lernst dir zu vertrauen.

Also was hast du schon lange nicht mehr gemacht? Oder was wolltest du schon immer machen? Such dir etwas, was beim bloßen Gedanken Herzklopfen verursacht und mache es in den nächsten 24 Stunden. Geh die Dinge an. Verschiebe deine Grenzen und erweitere damit deine Komfortzone.

Wenn du dein Leben ändern willst, dann lebe deine Änderung.

Jetzt.

Und wenn du Lust hast, dann poste doch deine Veränderung, deinen „Sprung vom Dreier“ deinen Change2018 unter dem hashtag #changenow. Egal ob du deine Story hier, auf Facebook oder Instagram teilst, hol dir die mutmachenden Rufe von uns. Wir unterstützen dich!

Be.here.now.

 

Alles Liebe

Deine Yvonne

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